Frankreich, Cote: Rade von Hyères

Doch heute will ich mal mein Lieblingsrevier – die Rade von Hyères – aus der Perspektive eines Ankerliegers vorstellen, für Mikros fast ganz ohne Gebühren – und das im schönsten Segelrevier der Cote d«Azur!

Allerdings muß man da vor allem aufs Wetter achten, damit es einem nicht so ergeht, wie Christfried Lenz im Booten MHD Multihull Booten 1997/1, der ausgerechnet bei Mistral in einer Bucht in der ¯Petite Passe¯ (siehe unten) ankerte. Und von Oktober bis März ist das Wetter nicht nur rauher, sondern ein großer Teil der Infrastruktur auch außer Betrieb.

Seewetterberichte gibt es im Radio auf 91,65 MHz um 20:05 h auf Französisch (wer da nicht ganz sicher ist, sollte ein Band mitlaufen lassen) von der Region Wiking bis zum Golf von Genua. Interessant wird es ab dem Golfe du Lion, denn wenn dort Mistral angekündigt wird, ist er 1 Tag später auch in Hyères. Außerdem hängt der Wetterbericht in jedem Hafen und Poste de Secours (z. B. Bergerie s.u.) aus.

Dem angekündigten Wetter überlagert sich dann noch eine Thermik (bis 2 Bft), die mit der Sonne wandert und vor allem bei Westwind um 17 h zu einer unangenehmen Verstärkung führen kann.

Hauptwindrichtung (lt. Blondel) ist West mit 30 %, davon 60 % 1-3, 30 % 4-6 Bft und 10 % darüber. Dann kommt Ost mit 25 % und Nordost mit 15 % und der gleichen Windstärkeverteilung. Der Rest verteilt sich gleichmäßig mit 1-3 Bft über die Windrose. Bei längerer Westwindlage bildet sich außerdem ein Stom von 0.5 – 2 Kn, der zwischen dem Festland, der Insel Porquerolles und dem Cap Benat gegen den Uhrzeigersinn läuft.

Und last not least sollte man noch die Tücken der ¯Petite Passe¯, das ist die Meeresenge zwischen La Tour Fondue, dem südlichsten Punkt der Halbinsel Giens und der Insel Porquerolles beachten. Dort steigt der Meeresboden nämlich sowohl von Osten wie von Westen von 80 m Tiefe auf nur 20 m Tiefe in der Passe an und da können die Wellen schon mal ein paar Meter hoch werden, der Wind wird ebenfall sowohl bei Ost wie West durch eine Düse gepreßt und das gibt nochmal 1-2 Bft mehr, aber keine Panik, statistisch gesehen sind das nur 25 Tage pro Saison (April – September), die restliche Zeit geht es hier erträglich zu.

Doch vor dem Segeln kommt das Slippen und da gibt es vor allem 2 Möglichkeiten:

Der große Slip an der Ostecke des Hafens (Gebühr 2000: 30 FFr) mit großem Parkplatz zur Vorbereitung. Hier ist allerdings von Freitag bis Sonntag ab 22 h der Bär los, nachdem der Kassierer gegangen ist, slippt hier jeder, der die 30 FFr sparen will. Der zweite, für Multies brauchbare, Slip befindet sich bei der Tour Fondue südlich neben dem Fähranlieger nach Porquerolles (Gebühr 20 FFr), allerdings praktisch keine kostenlose Parkmöglichkeit.

Daneben kann man noch im Hafen von La Capte slippen ( Gebühr 10 FFr), allerdings nur bis 4m Breite (enge Ausfahrt) oder aber für flachgehende Boote direkt vom Sandstand in der Badine (Strasse nach Giens, letzter Kreisel Richtung Le Pinede, La Badine) allerdings nur morgends bis 8 h, danach sind Zufahrt und Strand bis Mitternacht belegt.

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